heute irgendwo in bormio. zwei getrennte hotelzimmer. in einem zimmer sitzt benjamin aufrecht am sessel und beißt herzhaft in einen bioschokoriegel. im anderen zimmer liegt marlies lasziv im bett – eingehüllt in einen satinmantel. beide telefonieren.
benjamin: marlies!
marlies: was will er?
benjamin: darf ich rüber kommen? zu dir?
marlies: bringst du mir auch eine kugel mit?
bebjamin: ich habe heuer keine kugel – auch keine ganz kleine!
marlies: keine kugel? keine kugel! du hast keine kugeln mehr? was willst du dann von mir?
benjamin: ich brauche trost, der ted war heute so gemein.
marlies: ted, ted, ted – wer ist dieser ted? was will der mit deinen kugeln?
benjamin: er hat ja nur die kleine – und morgen freut sich der jean-baptiste. kein tiroler. der bekommt morgen ein geschenk.
marlies: und? und! und wer hat die große? die hast du auch nicht?
benjamin: nein, ich hab gar keine – alle haben sie mir weggenommen. alles weggenommen. ich möcht so gerne weinen. darf ich weinen?
marlies: nein … und morgen hau der lindsey eine runter. also, benjamin, du bleibst besser wo bist. und bleib vom gletscher weg.
legt auf. das telefon läutet. marlies schminkt sich mit biologischem lippenstift aus tierischem material.
marlies (zu sich selbst): ich finde ja den jungen gregor recht witzig, ein fescher knackiger bursche aus tirol – und jung! (sie träumt) nur fliegen ist schöner, kleiner gregor!
und dann gehe ich in meinen garten und sehe, dass die clematis – ein geschenk einer ganz lieben freundin – knospen bildet